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Balkon eines Altbaus mit zwei Solarmodulen am Geländer und Blumenkästen
Solaranlagen mit Speicher

Balkonkraftwerk in Berlin: Grenzen, Anmeldung und Ihre Rechte als Mieter

Ein Balkonkraftwerk melden Sie in Berlin nur im Marktstammdatenregister an, nicht bei Stromnetz Berlin. Erlaubt sind bis 800 VA am Wechselrichter und 2.000 Wp an Modulen.

oder per E-Mail: kontakt@photovoltaik-anlage-berlin.de

Ein Balkonkraftwerk, im Gesetz Steckersolargerät genannt, ist eine kleine Solaranlage, die ihren Strom über einen Wechselrichter in das Stromnetz der Wohnung gibt. Erlaubt sind nach § 8 Abs. 5a EEG bis 800 VA am Wechselrichter und bis 2.000 Wp an Modulen. In Berlin melden Sie das Gerät nur im Marktstammdatenregister an, dem amtlichen Register der Bundesnetzagentur. Eine Meldung bei Stromnetz Berlin, dem Netzbetreiber für die ganze Stadt, ist nicht nötig.

VA steht für Voltampere und beschreibt hier die Leistung, die der Wechselrichter höchstens abgibt. Wp heißt Watt Peak, also die Nennleistung der Module unter Normbedingungen. Mit einem Balkonkraftwerk können auch Mieter und Wohnungseigentümer ohne eigenes Dach Solarstrom im Haushalt nutzen.

Wer ein Haus mit eigenem Dach hat, erzeugt mit einer Dachanlage ein Vielfaches davon. Für beide Wege gelten eigene Regeln bei Anmeldung, Zähler und Vergütung.

Wie groß darf ein Balkonkraftwerk sein?

Die Grenze liegt bei 800 VA Wechselrichterleistung und 2.000 Wp Modulleistung (§ 8 Abs. 5a EEG). Die 800 VA begrenzen, wie viel Strom das Gerät in einem Moment ins Wohnungsnetz gibt. Die zusätzliche Modulleistung bringt morgens, abends und an trüben Tagen mehr Ertrag.

Wie viel Strom ein Gerät am Balkon liefert, hängt von Ausrichtung und Neigung ab. Ein senkrecht am Geländer hängendes Modul erhält über das Jahr weniger Sonnenstrahlung als ein geneigtes Modul auf dem Dach. Den Wert für Ihren Balkon ermitteln Sie mit dem Rechner PVGIS der EU-Kommission, für senkrechte Module mit 90 Grad Neigung.

Maßgeblich ist laut Bundesnetzagentur die höchste Leistung, auf die sich der Wechselrichter einstellen lässt, und nicht eine gedrosselte Einstellung. Mehrere Geräte hinter einem Zähler werden zusammengerechnet, und nach Auskunft von Stromnetz Berlin ist je Zähler ein Gerät bis 800 VA vorgesehen.

Neue Dachanlagen dürfen höchstens 60 % ihrer Leistung einspeisen, solange der Netzbetreiber sie nicht über Smart Meter und Steuerbox regeln kann (§ 9 Abs. 2 EEG). Steckersolargeräte betrifft diese Grenze nicht, ein Balkonkraftwerk darf also bis zu seinen 800 VA einspeisen.

Flachdach mit Kies, darauf aufgeständerte Solarmodule auf Ballastwannen, dahinter Bäume und Ziegeldächer

Anmeldung in Berlin: nur das Marktstammdatenregister

Balkonkraftwerk und Dachanlage im Vergleich

Die Tabelle stellt die Regeln für ein Balkonkraftwerk denen für eine Dachanlage auf einem Wohnhaus gegenüber, nach Stand Oktober 2026.

Balkonkraftwerk Dachanlage auf dem Wohnhaus
Leistung bis 800 VA Wechselrichter und 2.000 Wp Module nach Dach und Verbrauch geplant, Einspeisevergütung bis 100 kW
Anmeldung nur Marktstammdatenregister Stromnetz Berlin über den Elektroinstallateur, dazu Marktstammdatenregister
Zähler alter Zähler darf bis zum Tausch laufen Zählersetzung bei der Inbetriebnahme, Smart Meter Pflicht ab mehr als 7 kW
eingespeister Strom ohne Vergütung 7,70 ct/kWh bis 10 kWp bei Inbetriebnahme vom 01.08. bis 31.12.2026
Einspeisegrenze 60 % gilt nicht gilt ohne Smart Meter und Steuerbox
Umsatzsteuer 0 % nach § 12 Abs. 3 UStG 0 % nach § 12 Abs. 3 UStG

Eine Dachanlage ist nicht an die 800 VA gebunden, sie wird beim Netzbetreiber angemeldet und bekommt für eingespeisten Strom eine Vergütung nach dem EEG. Dafür braucht sie einen Fachbetrieb für Planung, Montage und Anschluss.

Dürfen Mieter ein Balkonkraftwerk anbringen?

Ja, als Mieter können Sie verlangen, dass der Vermieter ein Steckersolargerät erlaubt, außer es ist ihm nicht zuzumuten (§ 554 Abs. 1 BGB). Das Gesetz stellt die Stromerzeugung mit Steckersolargeräten damit in eine Reihe mit dem barrierefreien Umbau, dem Einbruchschutz und dem Laden von Elektroautos.

Stellen Sie die Anfrage schriftlich, bevor Sie ein Gerät kaufen. Beschreiben Sie darin das Gerät, die Befestigung am Geländer oder an der Wand und den Weg des Kabels zur Steckdose, damit der Vermieter die Veränderung beurteilen kann.

In einer Eigentümergemeinschaft kann jeder Wohnungseigentümer ein Balkonkraftwerk als angemessene bauliche Veränderung verlangen (§ 20 Abs. 2 Nr. 5 WEG). Die Gemeinschaft entscheidet dann nur noch darüber, wie es angebracht wird.

Will die ganze Gemeinschaft mehr Solarstrom, ist eine gemeinsame Anlage auf dem Dach der größere Schritt. Wie das mit Mieterstrom oder gemeinschaftlicher Gebäudeversorgung im Mehrfamilienhaus geht, erklärt der Ratgeber zu Mieterstrom in Berlin.

Begrünter Innenhof eines Altbaus mit Fahrradständern, an der Dachkante Solarmodule

Balkonkraftwerk am Baudenkmal

An Berliner Baudenkmälern waren Ende 2025 etwa 1.250 Steckersolargeräte angebracht (Monitoringbericht 2025 zum Masterplan Solarcity). Ein Gerät am Balkon oder an der Fassade verändert das Erscheinungsbild eines Denkmals, deshalb braucht es dort die Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde des Bezirks.

Fragen Sie dort an, bevor Sie das Gerät kaufen, und legen Sie Fotos von Balkon und Fassade bei. Wie der Antrag abläuft und welche Fristen der Bezirk hat, steht im Ratgeber Photovoltaik und Denkmalschutz.

Gibt es in Berlin Förderung für ein Balkonkraftwerk?

Einen Zuschuss gibt es nicht mehr. Das Berliner Programm SolarPLUS nimmt für Balkonkraftwerke keine Neuanträge an, das Modul dafür lief bis zum 31.12.2025. Beim Kauf zahlen Sie trotzdem keine Umsatzsteuer, weil der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG laut Bundesfinanzministerium auch für Steckersolargeräte gilt.

Den Nutzen bringt der eigene Verbrauch. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, ersetzt Netzstrom, der 2026 im Schnitt 37,0 ct/kWh kostet (BDEW, Neukundentarife bei 3.500 kWh im Jahr).

Wenn das Balkonkraftwerk nicht mehr reicht

Beispiel: vom Balkon auf das eigene Reihenhausdach

Beispiel. Ein Haushalt zieht in ein Berliner Reihenhaus und verbraucht 4.000 kWh Strom im Jahr, ohne Wärmepumpe und ohne Elektroauto. Auf der Südseite des Daches mit 35 Grad Neigung ist Platz für 5 kWp, dafür braucht es mindestens 25 m² Dachfläche (Finanztip). Zur Brandwand des Nachbarhauses halten die Module 0,50 m Abstand (§ 32 Abs. 5 BauO Bln).

Über das Jahr liefert die Anlage nach PVGIS rund 5.245 kWh, also 5 kWp mal 1.049 kWh je kWp. Laut den Tabellen des Unabhängigkeitsrechners der HTW Berlin deckt sie ohne Speicher 32 % des Verbrauchs, also rund 1.280 kWh (4.000 × 0,32).

Mit einem Speicher von 5 kWh steigt der Anteil nach denselben Tabellen auf 63 %, also auf rund 2.520 kWh im Jahr (4.000 × 0,63). Der übrige Solarstrom geht ins Netz und wird nach dem EEG vergütet. Weil die Anlage unter 7 kW bleibt, ist kein Smart Meter Pflicht; ohne Smart Meter und Steuerbox speist sie dann höchstens 60 % ihrer Leistung ein.

Was wir für die Anlage auf dem Dach übernehmen

Für die Dachanlage planen wir Größe und Speicher nach Ihrem Verbrauch und Ihrem Dach und montieren Module und Wechselrichter. Wir prüfen den Zählerschrank, melden die Anlage über das Kundenportal von Stromnetz Berlin an, helfen beim Eintrag ins Marktstammdatenregister und nehmen sie in Betrieb.

Wenn Sie wissen möchten, was auf Ihr Dach passt, schicken Sie uns Ihre letzte Jahresstromrechnung und ein Foto vom Dach an kontakt@photovoltaik-anlage-berlin.de. Den ersten Termin, vor Ort oder per Video, können Sie auch über das Formular vereinbaren, er ist kostenlos.

Häufige Fragen

Muss ich ein Balkonkraftwerk bei Stromnetz Berlin anmelden?

Nein, eine Meldung beim Netzbetreiber ist nicht nötig und darf auch nicht verlangt werden. Sie tragen das Gerät nur im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ein. Das hat der Senat für Berlin im Januar 2026 auf eine Anfrage im Abgeordnetenhaus bestätigt.

Wie viel Leistung darf ein Balkonkraftwerk haben?

Der Wechselrichter darf höchstens 800 VA abgeben, die Module dürfen zusammen bis 2.000 Wp haben (§ 8 Abs. 5a EEG). Mehrere Geräte an einem Zähler werden zusammengerechnet. Maßgeblich ist die höchste Leistung, auf die sich der Wechselrichter einstellen lässt.

Bis wann muss ich das Balkonkraftwerk registrieren?

Die Frist im Marktstammdatenregister beträgt einen Monat nach der Inbetriebnahme (§ 5 Abs. 5 MaStRV). Für Steckersolargeräte fragt das Register nur wenige Angaben ab, etwa Standort, Leistung und Datum der Inbetriebnahme.

Darf das Balkonkraftwerk am alten Stromzähler laufen?

Ja, das Gerät darf am vorhandenen Zähler betrieben werden, bis dieser getauscht ist (§ 10a Abs. 3 EEG). Danach misst ein Zweirichtungszähler oder ein Smart Meter getrennt, was Sie aus dem Netz beziehen und was hineinfließt. Um den Tausch müssen Sie sich nicht selbst kümmern.

Kann mein Vermieter ein Balkonkraftwerk verbieten?

In der Regel nicht, denn Mieter können nach § 554 Abs. 1 BGB verlangen, dass der Vermieter ein Steckersolargerät erlaubt. Ablehnen darf er nur, wenn ihm die Veränderung nicht zuzumuten ist. Stellen Sie die Anfrage schriftlich und beschreiben Sie Gerät, Befestigung und Kabelweg.

Was gilt in einer Eigentümergemeinschaft?

Jeder Wohnungseigentümer kann ein Balkonkraftwerk als angemessene bauliche Veränderung verlangen (§ 20 Abs. 2 Nr. 5 WEG). Die Gemeinschaft entscheidet nur darüber, wie das Gerät angebracht wird, und den Beschluss dazu fasst die Eigentümerversammlung.

Bekomme ich Geld für den Strom, den das Balkonkraftwerk ins Netz gibt?

Nein, Strom aus einem Steckersolargerät, den Sie nicht selbst verbrauchen, nimmt der Netzbetreiber ohne Vergütung ab. Ihr Vorteil liegt im eigenen Verbrauch, weil jede selbst genutzte Kilowattstunde Netzstrom ersetzt. Der kostete 2026 im Schnitt 37,0 ct/kWh bei Neukundentarifen (BDEW).

Zahle ich beim Kauf eines Balkonkraftwerks Umsatzsteuer?

Laut Bundesfinanzministerium gilt der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG auch für Steckersolargeräte. Der Händler berechnet dann 0 % Umsatzsteuer. Mobile Module, etwa für das Camping, fallen laut BMF nicht darunter.

Brauche ich am Baudenkmal eine Genehmigung für das Balkonkraftwerk?

Ja, an einem Baudenkmal verändert auch ein Balkonkraftwerk das Erscheinungsbild, und dafür ist die Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde des Bezirks nötig. Fragen Sie dort vor dem Kauf an. Ende 2025 hingen an Berliner Baudenkmälern bereits etwa 1.250 Steckersolargeräte.

Wann ist eine Dachanlage die bessere Wahl?

Wenn Sie ein eigenes Dach haben und deutlich mehr Strom selbst erzeugen möchten, als ein Gerät mit 800 VA liefert. Eine Dachanlage wird nach Verbrauch und Dachfläche geplant, bekommt für eingespeisten Strom eine Vergütung und lässt sich mit einem Speicher ergänzen. Angemeldet wird sie über einen eingetragenen Elektroinstallateur bei Stromnetz Berlin.

Zwei Paar Hände über einem Dachplan mit eingezeichneten Modulflächen, daneben ein Tablet
Unverbindlich, Antwort am nächsten Werktag

Ihre Photovoltaik-Anlage für Berlin

Schreiben Sie kurz, um welches Haus und welches Dach es geht. Fotos von Dach und Zählerschrank können Sie danach per E-Mail schicken — Rückmeldung am nächsten Werktag.

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